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  • Manuela Broz

Wenn Unternehmenskultur Summt wie die Bienen beim Einholen des Blütenstaubs

Aktualisiert: 1. März

Lebendige Arbeitssysteme entstehen wie lebendige Gärten: durch Aufmerksamkeit und Zuwendung sowie durch kongruente Pflege.“

In diesem Artikel lade ich dich ein, Unternehmenskultur mit den Augen des Gärtners zu betrachten. Als passionierte Gärtnerin kann ich den Frühling kaum erwarten und stimme mich gerne auf die Gestaltung des Nährbodens ein, das Säen, die Pflege und meine Aufgaben für ein intaktes Oekosystem.



Menschen, die einen grünen Daumen haben, haben ein besonderes Talent für Gartenarbeit. Ihre Blumen werden besonders schön, ihr Gemüse besonders knackig und ihr Obst besonders lecker.

Genauso wie der Gärtner regelmässig jede Pflanze auf ihren Gesundheits- und Entwicklungsstand prüft und das Wachstum beobachtet, gehe ich an meine Arbeit als Kulturgestalterin. Mit wachsamem Blick beobachte ich den Zustand Einzelner, Teams oder Abteilungen. Dabei erkenne ich, ob Leichtigkeit, Schönheit, Abwechslung, Wirksamkeit, Austausch, Wertschätzung, Dazugehören, Unterstützung oder Gerechtigkeit in ausgewogener Balance stehen. Gespräche mit der Belegschaft von Unternehmen unterstreichen und ergänzen meine Beobachtungen.


Der Nährboden einer ausgewogenen Unternehmenskultur besteht aus den vier Kernelementen der menschlichen Bedürfnisse:

Selbstwirksamkeit, Entspannung, Sicherheit und Verbundenheit.

Diese stehen in direkter Reziprozität zu Arbeitsbedingungen, Arbeitsbeziehungen und Arbeitseinstellung/Arbeitshaltung.

Genauso wie eine Pflanze bei Über- oder Unterwässerung oder suboptimaler Sonnen- oder Schatteneinstrahlung stress erlebt, geht es Menschen in Unternehmen, wenn Grundbedürfnisse nicht im Gleichgewicht stehen.


Druck beispielsweise ist ein Indikator für Arbeitsbedingungen und kann bei Menschen zu Stress oder Krankheit führen; es liegt auf der Hand, dass das Bedürfnis nach Sicherheit und Entspannung im Sinne von Harmonie, Ruhe, Frieden oder Gelassenheit auf der Strecke bleibt.

Wer regelmässig den Nährboden lockert, düngt oder auch mal eine Blume umpflanzt, weil sich ihre Umgebung verändert hat und die Pflanze an einem neuen Standort bessere Voraussetzungen für blühendes Wachstum hat, schafft Rahmenbedingungen für Kulturentwicklung.

Deshalb führt die richtige Zuweisung von Rollen und Verantwortung angepasst an die Kompetenzen, Talente und Bedürfnisse Einzelner oder Teams zu Sicherheit, Selbstwirksamkeit, Entspannung und Verbundenheit.

Darum behandle ich vor der Saat - wenn nötig - den Nährboden. Erst dann werden die Samen für Werte, Verhalten, Lernen, Vertrauen und Beziehungsqualität gepflanzt. Samen brauchen wie Menschen optimale Voraussetzungen um selbstwirksam und autonom zu wachsen, sich anzupassen und nein, das brauchen nur die Menschen: ein unverkrampfter Zugang für freudiges Lernen.

Die Unverträglichkeit zwischen Tomaten und Gurken beispielsweise zeigt auf, welchen Einfluss Nachbarpflanzen einnehmen und wie gute Teams entstehen. Gurken benötigen einen ganz anderen Standort als Tomaten und sind schnell mit Mehltau infiziert und können diesen auf die Nachbarpflanzen übertragen.

Genauso ist es im Arbeitsleben mit Fehlverhalten, Mitläufertum, Zivilcourage, wahrgenommener Konsequenz oder dem Einfluss von Kolleginnen und Kollegen. Deshalb gehört für mich der professionelle Blick auf psychologische, organisationale und demographische Gegebenheiten in die Pflanzsaison, es gilt die Beziehungen untereinander verbindend herzustellen.


Angenommen, du arbeitest mit 100 Menschen zusammen, dann haben diese Menschen 4950 Beziehungen zueinander. Wenn Du mit 4 Menschen arbeitest, sind es 6 Beziehungen. Jeder Mensch mit jedem. Allein durch die Dimension der Beziehungen kann man die Komplexität in Unternehmen erkennen und daraus ableiten, dass ein gesundes Arbeitsklima gerade im Zeitalter des Digital Change die Grundlage für Abbau von Angst, Umgang mit Komplexität, Lernfähigkeit, Wertorientierung, Vertrauen und Kreativität bringt. Wenn von deinen 100 Menschen ein Team mit 8 Menschen in einem Konflikt stehen oder unter Druck sind, spüren dies mindestens 28 weitere Menschen. So kommt es, dass Dinge, die schlecht laufen sich vervielfachen und verbreiten. Genauso aber ist es der Fall, wenn Dinge gut laufen. Aus diesen wechselseitigen Parametern entsteht am Schluss die Unternehmenskultur. Sie ist das Resultat - nämlich die Summe - aller Arbeitsverhalten.


Pflanzen verhalten sich indem sie sich anpassen. So können sie sich drehen, um zarte Knospen mehr Sonnenlicht zu schenken oder sie machen einen Wachstumsstopp, weil unterirdisch der Platz schon mit anderen Wurzeln besetzt ist. Das Verhalten von Pflanzen hat nicht nur einen natürlichen Charakter, sondern steht auch in direktem Zusammenhang mit dem Führungsverhalten des Gärtners. So kann eine Rankhilfe oder eine Stütze das Wachstum beeinflussen. Wo mit Liebe, Freude und Sorgfalt gesät und gewässert wird, ja, wo mit Pflanzen gesprochen wird, passiert etwas, was ich als Resonanz bezeichne: Blumen erstrahlen, Blüten gedeihen in ihrer schönsten Pracht und Gärten vermitteln mit ihrer Lebendigkeit ein Stück Paradies auf Erden und lassen uns daran erfreuen. Menschen passen sich auch ihrer Umgebung an und verhalten sich so, wie die Rahmenbedingungen oder die Führungs-, Lern-, oder Beziehungskultur in Resonanz mit ihnen geht.

Wer Menschen so gern mag, wie der Gärtner seine Pflanzen, führt andere in Liebe mit der nötigen Sorgfalt und bringt die Menschen zum Strahlen, Gedeihen und Erblühen. Man erntet, was man kultiviert, das ist Resonanz.

Was der grüne Daumen beim Gärtner ist, ist die Integrität in meiner Arbeit als Kulturgestalterin. Je feiner die Antennen für Anstand, Fairness und Gleichberechtigung und Gleichstellung eingestellt sind, umso besser kann eine Balance in Unternehmen entstehen. Ausgeglichenheit im unternehmerischen Sinn und Geist bedeutet auf eine Belegschaft zu zählen, die mental, körperlich, psychisch verantwortungsvoll und engagiert handelt, so dass das Unternehmen nicht nur gesund, sondern auch über eine innere Stabilität verfügt, um Stürme unbeschadet zu überstehen. Das Gegenteil davon ist Ausbeutung von menschlicher, wirtschaftlicher oder natürlicher Verträglichkeit. Sie macht instabil. Afrikanische Gärtner müssen sich schon wegen Wassermangel besonders geduldig in der Pflege ihrer Gärten zeigen und kommen zum Schluss: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Für Balance sorgen ist Führungsaufgabe. Die Resonanz auf eine integre Führungskultur spiegelt sich in allen Bereichen einer lebendigen Zusammenarbeit.

„Schliesse in deine gegenwärtige Wahl die zukünftige Integrität des Menschen als Mit-Gegenstand deines Wollens ein.“ Dieser Satz schreibt Hans Jonas, ein deutsch-amerikanischer Arzt und Philosoph in seiner wirkungsstarken Schrift „Das Prinzip Verantwortung“.


Meine Vision ist, Unternehmen diese Lebendigkeit einzuhauchen, so dass durch die Summe aller Verhalten freudige und optimistische Resonanz zu Kunden und qualifizierten Arbeitskräften entsteht, sich die richtigen Menschen von einem Unternehmen angezogen fühlen, wie die Bienen bei Sonnenschein von der Blütenpracht eines prachtvollen Gartens.

Positive Resonanz innerhalb einer Belegschaft stärkt Unternehmen und die Menschen in den Unternehmen.

Menschen, denen es gut geht, sind bessere Nachbarn, Eltern, Freunde, Vorgesetzte, Lehrer, oder Mitarbeitende. Wenn es Menschen gut geht, sind sie ausserdem fröhlicher, aufgestellter, haben mehr Elan, sind hilfsbereiter, offener, aufgeschlossener, experimentierfreudiger und verantwortungsvoller. Davon profitiert das ganze Dorf, Familien, Kinder, Alte, Kranke oder einsame Menschen.

Unternehmen, denen es gut geht sind bessere Marktplayer, Partner, Unterstützer und nachhaltige Problemlöser. Davon profitieren viele Dörfer.

Unternehmenskultur ist soziale und gesellschaftliche Verantwortung.

Es ist schön, wenn verantwortungsvolles Tun summt wie die Bienen beim Einholen des Blütenstaubs im bunten Garten.

Die gärtnerische Arbeit gilt als ein Heilmittel, das hilft, Ordnungen und Rhythmen wieder herzustellen, die beschädigt worden oder abhanden gekommen sind. Wenn wir also die Arbeitshaltung/Arbeitseinstellung anderer anpassen und entwickeln wollen, tun wir gut daran, unser eigenes Verhalten und unsere eigene Haltung anzuschauen, bevor wir Entscheide treffen, etwas umkrempeln, ein neues Tool einführen oder uns von Menschen trennen, weil es vordergründig auf der Hand liegt. Schliesslich trennt sich ein guter Gärtner auch nicht von einem langjährigen, hochgewachsenen Rosenstock, weil dieser aktuell gerade mit Läusen befallen ist, ohne vorher sein Bestes gegen den Schädlingsbefall zu geben!


Das wäre Verschwendung! Energieverschwendung ist deshalb ein wichtiger Aspekt in meiner Arbeit als Kulturgestalterin. Wer in einem gereizten, gestressten, aggressiven, konfliktbehafteten oder toxischen Arbeitsumfeld Lebenszeit verbringt, schadet nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern steht täglich in Resonanz zu diesem Klima. Dies führt zu Erschöpfung einzelner bis hin zu kollektiver Unternehmenserschöpfung.


Deshalb schenke ich der Aufklärung von geistigen Missverständnissen, ungelösten Konflikten, Chaos, Unordnung, negativen Menschenbildern, Annahmen und Glaubenssätzen den nötigen Raum, um sie freizulegen. Diese Arbeit macht besonders Spass; sie verschafft allen Beteiligten das Gefühl, von schweren Ballast loszuwerden.

Mit den freigewordenen mentalen, zeitlichen, finanziellen aber auch strukturellen Gewinnen kann weiter in die Entwicklung der Unternehmenskultur investiert werden.


Ich schraube an den richtigen Drehstellen; also an den Ursachen anstatt den Symptomen. Diese Vorgehensweise kann für mein Gegenüber einen Moment schmerzhaft sein, doch die Wiederherstellung von beschädigten oder abhanden gekommenen Rhythmen gehört zum Heilungsprozess, so wie das radikale Stutzen einer Pflanze manchmal die beste Massnahme für neue gesunde Lebendigkeit ist.

Meine Aufmerksamkeit in meiner Arbeit als Kulturgestalterin ist deshalb mal hier, mal dort aber nie zufällig irgendwo! Sondern genau dort, wo es im Moment gerade am nötigsten ist.

Ein guter Gärtner weiss, wie der Garten in 20 Jahren aussehen soll und er weiss zeitgleich, dass das grosse Bild im Kopf nicht annähernd dem entsprechen wird, was er tatsächlich in 20 Jahren sehen wird. Trotz klarem Bild über Pflanzen, Farben, Sitz- und Aussichtsplätze wird der Gärtner in den nächsten 20 Jahren die meiste Zeit mit den Themen Lernen und Vertrauen verbringen.

Er wird darauf vertrauen müssen, dass die Pflanzen ihren Teil für gutes Gelingen dazu tun, er von Unwettern oder Dürre verschont bleibt und darauf, dass er seinen Garten und sein Wissen rechtzeitig jemand Würdigem weitergeben darf.


Dieses Bild eines gesunden Systems trage ich in mir, wenn ich an Unternehmen und die Menschen darin denke und dieses Bild ist der Antrieb, andere mit dem grünen Daumen anzustecken; wer das Herz am richtigen Fleck hat, die Bereitschaft für Reflexion und Lernen mitbringt und die Freude an positiver Gestaltung in der Arbeitswelt mitbringt, kann das Handwerk des Kulturgestalters lernen. Stabilität, Harmonie und Freude am Ergebnis ist der Moment, für den es sich jede Sekunde lohnt, sich mit manchmal mühevoller Gartenarbeit zu beschäftigen.

Meine Expertise für Kulturgestaltung vermittle ich im didaktischen Doppeldecker. Das heisst, Sinn und Geist der Kultur- und Ethikarbeit wird durch Erleben und Ausprobieren während unserer Zusammenarbeit mit Leben gefüllt.


Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.

Wenn dich das Handwerk für künftige Kultur- und Ethikgestalter interessiert, sei es für dich selbst oder für alle, die das Herz am richtigen Fleck haben, Lust am Lernen haben, weiterkommen wollen, sich auseinandersetzen und Positives in der Arbeitswelt bewegen wollen: Zukunftsdenker und Gestalter, Führungskräfte, Teamleader, HR-Mitarbeitende, Compliance-Schaffende, Gestaltercharaktere, innere und äussere Stilikonen, CEO und andere C's, Gärtner, Handwerker, Selbständige, Verwaltungsräte...

... dann hab ich hier einen exklusiven Lehrgang für dich:


Lehrgang Kultur- und Ethikgestalter
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Herzlich, Deine Kulturboosterin

Manuela Broz





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