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  • Manuela Broz

Wer das Lernen verändern will, muss auch den Raum verändern.

Aktualisiert: 3. Okt.

Diesen Sommer hab ich mir einen langjährigen Traum erfüllt und meine Kulturstube erweitert. Schon immer wollte ich meine Coachings und meinen Lehrgang für Führungs- und Kulturgestaltung in Räumen anbieten, die meinen Vorstellungen von modernem Arbeiten entsprechen. Bei meinen Besuchen in Unternehmen und Schulen hab ich immer die Nase gerümpft, wenn kahle Sitzungszimmer, lieblose Pausenräume oder statisch eingerichtete Schulungsräume präsentiert wurden. Es hat mir oft leid getan für die Menschen, dass dem Thema Pausen, Lernen, Denken nicht mehr Beachtung geschenkt wird und aus unternehmerischer Sicht konnte ich nie verstehen, dass gerade Gesprächen, dem Austausch, gemeinsamen Denken und Fragen stellen nicht der Hauptteil an Zeit für gelebte und spürbare Führung gewidmet wird.

Dabei ist doch bekannt, dass Räume einen Einfluss auf unser Befinden und damit auf unsere Resultate haben. Ein Lernort, ein Lern- oder Sitzungsraum sollte sich von anderen Orten durch seine didaktische Qualität unterscheiden.


Meine Kulturstube ist ein wunderbarer Ort geworden, wo

  • handlungs- und praxisbezogenes Arbeiten möglich ist,

  • Raum und Zeit für Reflexion und Perspektivenwechsel höchste Priorität eingeräumt wird,

  • eine emotionale Beziehung zu den Teilnehmenden und unter den Teilnehmenden fördert,

  • ganzheitliche Bezüge zu Führung unter unternehmenskulturellen Zusammenhängen herstellt und

  • eine ästhetisch definierte Qualität vorlebt.


Meine Haltung, weg vom statischen Lernraum zum gestaltbaren Raum für Lernen, zeigt sich in kleinen Ausstellungselementen durch didaktische Präsenz in der Kulturstube. Alte Schlüssel, beispielsweise versehen mit Schlüsselkompetenzen der Zukunft, visualisieren woran wir alle arbeiten dürfen. Den Schlüssel sehen und ihn in die Hand nehmen können bewirkt mehr, als eine Auflistung der künftigen Kompetenzen per Beamer. Die Teilnehmenden gehen visuell und haptisch in Beziehung zu ihrem Lernziel. Die tischfreie Lernzone mit Kreisbestuhlung fördert den Dialog und Diskurs und lässt die Teilnehmenden erleben, in welch besserer Qualität Verständigung und Verständnis füreinander gelingt, wenn sich niemand hinter dem platzierten Laptop verkriechen kann, anstatt zu beobachten, zuzuhören, wahrzunehmen und einander in die Augen zu schauen.


Die Umgebung mit Feldern, Wäldern, einer mächtigen alten Linde direkt vor der Kulturstube und einladenenden Sitzplätzen im Garten lassen zu, in Verbindung mit den wesentlichen Fragen der Unternehmenskultur zu treten. Am Lehrgang Führungs- und Kulturgestaltung dreht sich mehrheitlich alles um das WIE: Wie will ich führen, wie will ich sein, wie will ich wahrgenommen werden, wie möchte ich mein Business gestalten, wie sage ich, was ich denke, wie denke ich, wie lerne ich, wie lebe ich, wie gehe ich den Weg der Veränderung, wie gelingt es mir andere dafür zu begeistern? Diese Auseinandersetzung gelingt an einem Ort einfacher, wo die Basis des Wachstums, des Lebens und seiner Zyklen sichtbar sind: Auf dem Land und in Räumen, die allen Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, dort zu verweilen, wo die Füsse innehalten und das Herz und der Geist sich öffnen.


Wer das Lernen verändern will, muss auch den Raum verändern.

Der Raum beeinflusst das Lernen und ist deshalb ein wichtiger Baustein in meinem pädagogischen Konzept.

In Lehrgang für Führungs- und Kulturgestaltung zeigen wir, wie Autonomie

gestärkt wird ohne in die Orientierungslosigkeit zu fallen, wie Spass mit Ernsthaftigkeit und Tiefgründigkeit in Verbindung tritt und wie die Balance zwischen Führungsverhalten und kulturellem Verhalten beabsichtigt gelingt.

Zeitfenster für individuelles Tun während der Präsenzveranstaltung fördert Sinnhaftigkeit, Selbstverständnis und Eigeninitiative. Dafür braucht es ein didaktisches Konzept indem Räume das Potenzial des „dritten Pädagogen“ ausschöpfen und „unverkrampftes“ Lernen ermöglicht wird. Ich möchte Menschen abholen von ihren „verkrampften“ Vorstellungen, sich schämen zu müssen, wenn man etwas nicht weiss, etwas falsch macht, etwas besser machen könnte, hin zu Lernen ist ein Geschenk an das Leben. Es ist nicht nötig zu vertuschen, anderen die Schuld zu geben, suchen- wo andere Fehler machen - nur um von der eigenen Scham abzulenken.

Lernen muss „unverkrampft“ werden, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft lösen wollen. Schon als junge Frau konnte ich nie verstehen, warum die Freude und Dankbarkeit gegenüber denen die klare konstruktive Kritik äusserten ausblieb. Sind es nicht diese Menschen, die uns weiterbringen im Leben?


Walk the talk als Lernindikator.

Lernen ohne Umsetzung ist für mich Lernresistenz. Ich gebe zu, walk the talk ist auch für mich nicht immer einfach, aber er ist in durchdachter Konsequenz die einzige Lösung, etwas zu verändern. Walk the talk meint, den eigenen Worten entsprechende Taten folgen zu lassen und im Einzelfall zu erklären, warum die Taten ausbleiben.

Die Erweiterung meiner Kulturstube ist die Konsequenz meines "Nasen rümpfens" wenn ich an lieblose Räume in Unternehmen denke und das "machs doch einfach" und aufzeigen, wie man mit einfachen Ideen Lern- und Inspirationsräume gestalten kann.

Meine Ausführungen gelten übrigens nicht nur für Führungskräfte, sondern gleichermassen für jeden Menschen, der glaubwürdig und verlässlich sein möchte. Denn was überzeugt dich mehr: Das, was jemand sagt oder das, was jemand tut?


Mut ist Konzept: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

In der Kulturstube und in meiner Arbeit stehen die Bedürfnisse meiner Kundinnen und Kunden im Vordergrund. Wenn du nach 3 Stunden Präsenzzeit eine halbe Stunde Joggen gehen willst, dann machst du das - die Dusche danach steht dir zur Verfügung! Wenn dir ein entspannendes Schaumbad während einer individuellen Reflexionspause gut tut, fühl dich frei. Wenn du mit anderen oder mir vertieften Austausch wünschst, dann lass es uns vor dem brennenden Schwedenofenfeuer gemütlich machen. Entscheide selbst, wie und woran du gerade arbeiten und lernen willst. Willkommen in der Kulturstube, wo von der Toilette bis zum Garten exklusive Möglichkeiten für Rückzug oder Austausch möglich sind. Mit Mut und Experimentierfreude wirst auch du in deiner Berufspraxis deine Lernkultur mit Konzept und Didaktik prägen. Die Durchführungsdaten und Inhalt für den nächsten Lern-Zyklus findest du hier. Die Plätze sind begrenzt:

Lehrgang Führungs- und Kulturgestaltung 2023
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Die Toiletten:

Das war von Anfang an klar; ich möchte den Frauen besondere Wertschätzung geben. Frau sein ist wunderbar und was Frauen seit Generationen leisten und auf sich nehmen soll bei mir Würdigung erfahren. Das Damenbad bietet Raum für Rückzug; und verfügt über Gelegenheiten sich als Frau in der eigenen Grösse und Schönheit zu sehen.





Der Reflexionsraum:

Meine 8 x 8 Methode besteht aus 8 Einladungen für Selbstreflexion mit 8 verschiedenen Körperpositionen und anderen Perspektiven. Im Raum der Selbstreflexion kann am eigenen Lernportfolio gearbeitet werden. Die Reflexions-Ausstellung inspiriert die Dinge ins richtige Licht und Gleichgewicht zu rücken, loszulassen, was nicht zu mir gehört und hinzuschauen, was zu mir gehört. Die systemische Betrachtung mit der klassischen Mobile-Methode hilft Wechselwirkungen und Zusammenhänge zu erkennen und daraus Schlüsse abzuleiten.





Die Gruppen-Räume:

Laden ein, mobil und agil Anpassungen vorzunehmen. Wie fühlt sich die etwas schwerfällige Diskussion im Stehen an? Im Stehen kommen nachweislich die besseren Ergebnisse zustande und Sitzungen werden effizienter, sagt die Sitzungsforscherin Isabelle Odermatt von der UZH.

Kein Problem; in der Kulturstube können Gruppensettings dank dynamischer Einrichtung binnen Sekunden geändert werden.

Was sollen Spielklötze in Gruppenräumen? In der Kulturstube sollen Aufgaben anders angegangen werden können:

Holz-Klötze beispielsweise kurbeln kreatives Sein an und schliessen den Bau von Elfenbeintürmen definitiv aus.


Die Küche: Die Lust auf Kaffee oder Tee hält sich nicht an vorgegebene Traingspläne. Hol dir was du brauchst, dann wenn du’s brauchst. Für den Hunger gibt es Früchte; wer über Lernkultur spricht weiss, wer Durst oder Hunger hat, kann nicht lernen und ein handgemachter Fruchtsalat im Glas ist immer kult!


Der Garten und die Umgebung: Die idyllische Einladung nach draussen setzt in jeder Jahreszeit Akzente: Frische Waldluft lässt durchatmen, Weitsicht verschafft Freiheit im Kopf und diese führt zu Klarheit im Denken. Erlebe Outdoorelemente wie beispielsweise walk and talk in meinen Settings, damit du in Zukunft auch am Arbeitsplatz die qualitative Erfahrung solcher Gespräche anwenden kannst, um den Raum der Natur als erdende Kraft einzubinden.


Die Einladung:

Herzlich Willkommen am Tag der offenen Tür und Herzen der Kulturstube am Krusächer 6 in 5642 Mühlau am Samstag, 17. September 2022 von 8.30 bis 14.00 Uhr.

Erlebe die Räume und geniesse das leckere Frühstücksbuffet der Kulturstube.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen!




Herzlich,




Manuela Broz, Kulturboosterin


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