"Wer ist schuld?" "Die Leute sind zu wenig engagiert." "Wir müssen mehr Druck machen." Sätze, die in Geschäftsleitungen immer wieder fallen. Sie klingen nach Analyse. Sie sind ein Reflex. Dieser Reflex richtet den Blick immer auf Menschen.
Wer Schuldige sucht, erzeugt Rückzug. Wer Druck macht, erzeugt Widerstand. Wer Engagement einfordert, ohne die Bedingungen dafür zu schaffen, erzeugt Zynismus. Mehr Kontrolle erzeugt weniger Eigenverantwortung. Der Kreislauf schliesst sich. Und dreht schneller. Dieser Reflex ist derselbe, der Führungskräfte dazu bringt, immer wieder auf dasselbe Echo zu reagieren, ohne je nach dem Ton zu suchen, der es erzeugt.
Der fehlende Blick auf soziale Systeme bringt Führungskräfte dazu, am Menschen zu reparieren, was die Struktur erzeugt. Man tauscht Menschen aus. Und wundert sich, dass die nächsten dasselbe Verhalten zeigen. Weil die Verhältnisse dieselben geblieben sind. Schon die Art, wie wir auf Probleme schauen, ist ein Verhältnis. Der fehlende Systemblick ist selbst das verhängnisvollste Verhältnis, das eine Organisation haben kann.
Wer dagegen gelernt hat, sich selbst als Ursache zu erkennen, hat diesen Blick bereits verschoben. Das ist der erste Schritt zum Systemdenken.
Es gibt eine andere Frage: Was in unseren Verhältnissen macht dieses Verhalten wahrscheinlich? Diese Frage entlastet Menschen und belastet Strukturen. Sie macht Führung von der Suche nach Schuldigen frei und lenkt die Energie dorthin, wo Veränderung tatsächlich möglich ist.
Im 90-Tage-Programm erarbeiten wir gemeinsam, welche Verhältnisse welches Verhalten erzeugen. Wir bauen Rahmenbedingungen, die das Richtige wahrscheinlich machen. Der Systemblick ist erlernbar. Er braucht Übung, Konsequenz und den richtigen Rahmen.Was dieser Rahmen in der Praxis bewirkt, zeigt sich am deutlichsten, wenn man sieht, was nach meiner Arbeit tatsächlich anders ist.
Was würden Sie sehen, wenn Sie aufhören, auf Menschen zu schauen?
Das Manifest von Kulturbooster beginnt und endet mit diesem Gedanken: Verhältnisse schaffen Verhalten.
Theorie ist das eine. Was entsteht, wenn dieser Blick in der Praxis wirkt, zeigt sich am deutlichsten anhand einer Geschichte, die zeigt, was entsteht, wenn Menschen mehr können, als sie je für möglich gehalten hätten.
Viel Freude beim Lernen. Ausprobieren. Verfeinern. Anpassen.
Manuela Broz
Kulturboosterin
In der Raketenwissenschaft ist ein Booster ein Hilfstriebwerk, das der Startrakete den nötigen Schub verleiht. Ein Kulturbooster ist ein Verstärker, der das Potential von Unternehmen und Individuen zum Abheben bringt.
Über die Autorin:
Manuela Broz baut in Unternehmen eine Kultur, die Verschwendung auflöst, um positive Energieflüsse zu generieren. Ihre Kunden bekommen exklusiv eine konsequente Übersetzung von Kultur in Steuerung. Kultur wird bei ihr als Entscheidungslogik, Priorität und Rituale mit Ergebnisverantwortung wirksam.
Ihr 90-Tage-Programm liefert Kontextualisierung mit Operationalisierung. KMU erhalten spürbar mehr Fokus, Konzentration, Identifikation und eine Kultur, die Lust auf Leistung schafft.