Stil ist mehr als Kleidung, Sprache oder Auftreten. Stil ist eine Frage von Haltung, Anstand, Respekt und Würde. Genau deshalb ist Stil eine Zukunftskompetenz für Führungskräfte. Stil entscheidet darüber, wie Führung wirkt. Und Stil entscheidet darüber, wie eine Organisation ihren Zweck erfüllt.
Ein Beispiel zeigt sofort, worum es geht. Ein Regierungsrat mit einem Einkommen von 280’000 Franken und einer Spesenpauschale von 8’000 Franken verbucht sein Znüni für CHF 1.15 zusätzlich als Spesen. Viele Menschen nennen das schlechten Stil. Der Betrag ist klein. Die Wirkung ist gross. Es geht um Haltung, um Mass, um Würde. Und um die Frage, welche Regeln für wen gelten.
Stil hat eine kollektive Komponente. Diese zeigt sich in der Unternehmenskultur. Unternehmenskultur beantwortet im Alltag die Frage, wie eine Organisation ihren Zweck erfüllt. Stil ist damit Kultur in Handlung.
Im Alltag wird Stil oft beschreibend verwendet. Eine Person wirkt elegant oder geschmackvoll. Gleichzeitig trägt Stil eine wertende Komponente. Ein schlechter Führungsstil ist kein Kompliment. Wenn jemand Stil hat, meinen viele damit Anerkennung, Respekt, Anstand und Haltung.
In der Führung und Kulturberatung zeigt sich häufig ein Gap. Der gelebte Unternehmensstil passt oft schlecht zu den kommunizierten Werten. Und schlechter Stil bleibt oft folgenlos. Genau dadurch wird er systemisch. Er wird zur Norm.
Der Blick auf Stil kann zuerst als einengend wirken. In der Praxis wirkt er befreiend. Klarheit über Stil schafft Orientierung. Menschen wissen, wie sie sich bewegen, wie sie entscheiden, wie sie kommunizieren. Dadurch sinkt Reibung. Dadurch steigt Vertrauen.
Stil verbindet Form und Ethik. Er verbindet das Schöne mit dem Guten. Er berührt die Frage, wie Menschen miteinander umgehen. Daraus entsteht eine Ethik des Stils.
Schlechter Stil korrumpiert die moralische Qualität von Handlungen. Eine Person kann grosszügig wirken, zum Beispiel durch eine Spende. Die gleiche Handlung kann demütigen, wenn sie mit abwertender Geste geschieht. Schlecht ist dabei weniger die Tat als die Haltung, die in der Tat sichtbar wird.
Im Unternehmen wirkt das genauso. Eine Kündigung, die jemanden innerhalb von zwei Stunden aus dem Büro drängt, erzeugt Würdeverlust. Eine Beziehung per SMS zu beenden erzeugt Respektverlust. Der Stil signalisiert, welche Menschenbilder im System gelten.
Von Menschen mit Stil wird erwartet, dass sie soziale Regeln respektieren. Und dass sie Situationen lesen können. Genau deshalb wirkt das Znüni-Beispiel so stark. Es steht für Kleinlichkeit und Doppelstandard. Es stellt die Frage nach Fairness. Es stellt die Frage nach Vorbildwirkung.
Stil entwickelt sich über Beobachtung. Menschen orientieren sich an Vorbildern. In einem Unternehmen mit 12’000 Mitarbeitenden zeigt sich das besonders deutlich. Neue Mitarbeitende und Lernende entwickeln sich schnell zu internen Stilikonen, wenn sie gute Vorbilder erleben. Sie lernen, wie man spricht, wie man sich verhält, wie man entscheidet. Sie übernehmen den Stil und entwickeln daraus mit der Zeit ihren eigenen.
Wo schlechte Vorbilder dominieren, entstehen Konflikte, Korrekturen und Friktion. Dann wirken Kleiderordnung, Umgangston, Grenzen, Respekt und Verantwortung beliebig. Stil sinkt. Kultur kippt.
Destruktives Verhalten verbreitet sich besonders stark über Vorbilder. Gerade Vorgesetzte und erfahrene Kolleginnen und Kollegen wirken als Verstärker. Mitläufertum entsteht dort schnell.
Die folgenden Stilmerkmale zielen auf Haltung. Sie geben Orientierung für Führung, Kultur und Zusammenarbeit. Sie eignen sich für Selbstreflexion und Teamdialog.
Stil zeigt sich im Verhältnis zwischen Anspruch und Verhalten. Integrität zeigt sich in Konsistenz. Mass zeigt sich in Angemessenheit.
Reflexionsfragen
Führung hat Macht. Stil zeigt sich darin, wie Macht genutzt wird. Respekt zeigt sich in Sprache, Tempo, Verfahren, Fairness.
Reflexionsfragen
Stil entsteht durch Verlässlichkeit. Worte werden eingehalten. Entscheidungen werden getragen. Konsequenz wirkt als Schutz für die Kultur.
Reflexionsfragen
Guter Stil umfasst die Achtung anderer und die Achtung der eigenen Würde. Form ist Ausdruck von Inhalt. Wer Form ernst nimmt, nimmt Inhalt ernst.
Reflexionsfragen
Stil ist ein präziser Kulturhebel. Er wirkt über Vorbild, Sprache, Entscheidungen, Grenzen, Konsequenz. Er zeigt, ob Werte gelebte Normen sind. Er zeigt, ob Würde im System geschützt ist.
Darum gehört Stil in jede Kulturarbeit. Unternehmen profitieren von Stilikonen mit Haltung, Würde, Anstand und Geschmack. Sie wirken als Orientierungsgeber. Sie reduzieren Verschwendung durch Reibung. Sie stabilisieren positive Energieflüsse. Sie erhöhen die Wirksamkeit von Führung.
Meine Quelle ist with heart throughout. Ich habe das Ziel in Unternehmen eine Kultur zu schaffen, die Verschwendung auflöst, um positive Energieflüsse zu generieren.
Quellenhinweis
Kassensturz. Regierungsrat rechnet eine Banane und sein Znüni als Spesen ab.
Thomas Vasek. Warum Stil eine Frage der Moral ist. Philosophiezeitschrift „Hohe Luft“.
Viel Freude beim Lernen. Ausprobieren. Verfeinern. Anpassen.
Manuela Broz
Kulturboosterin
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Über die Autorin:
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