Dabei wird übersehen, dass es im Arbeitskontext nicht um persönliches Vertrauen geht, sondern vielmehr um Verlässlichkeit. Unternehmen brauchen nicht als erstes eine emotionale Vertrauensbasis, sondern klare Strukturen, in denen Zusagen, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten eingehalten werden. Menschen vertrauen als erstes dem System, indem sie arbeiten und prüfen: Sind die Strukturen, Prozesse und Steuerungsmechanismen verlässlich.
Vertrauen ist vage – Verlässlichkeit ist konkret. Aus einer Kultur der Verlässlichkeit kann eine Vertrauenskultur entstehen - ohne Verlässlichkeit nicht!
Planbarkeit und Effizienz: Verlässliche Abläufe reduzieren Unsicherheiten.Weniger persönliche Abhängigkeiten: Teams funktionieren nicht nur, wenn „Vertrauen“ zwischen Einzelpersonen besteht, sondern weil die Organisation stabil aufgestellt ist.
Nachhaltige Zusammenarbeit: Wer sich auf Prozesse und Entscheidungswege verlassen kann, wird eigenverantwortlicher handeln.
Wie zeigt sich das in der Praxis?
1. Ablaufdimension: Klare Erwartungen statt Vertrauensappelle. Statt sich darauf zu verlassen, dass jemand Deadlines einhält, klare Übergabepunkte und Eskalationsmechanismen etablieren.
2. Aufbaudimension: Kontrolle abbauen, Verlässlichkeit ermöglichen. Statt täglicher Status-Updates ermöglichen klare Ziele und Rahmenbedingungen mehr Eigenverantwortung.
3. Steuerungsdimension: Verlässlichkeit braucht Strukturen, nicht Absichten. Statt Anwesenheitskontrolle sollte es darum gehen, Ergebnisse und Wirkung zu messen.
Vertrauen entsteht nicht durch Absichtserklärungen, Verlässlichkeit hingegen durch konsequente Strukturen. Wer eine echte Vertrauenskultur wii, muss das System verändern und mehr über Verlässlichkeit sprechen.
Erwartungen klarstellen und Kontrollmechanismen überarbeiten.
Leistung ist Sinn plus Wirksamkeit. Ohne Verschwendung
Leistung ist nicht Stress. Leistung ist nicht Tempo um jeden Preis. Leistung ist Sinn plus Wirksamkeit für die Organisation. Ohne Verschwendung. Verschwendung erkennt man dort, wo Energie nicht in Wertschöpfung geht, sondern in Abstimmung, Umwege und Absicherung. Dort, wo Entscheidungen vertagt werden. Dort, wo Verantwortung verteilt wird, ohne Einfluss zu geben. Dort, wo Sprache unpräzise bleibt und Klärung zur Dauerbeschäftigung wird.
Wenn das zur Normalität wird, sinkt Leistung nicht wegen „fehlender Motivation“. Leistung sinkt, weil das System Energie frisst.
Eine Leistungskultur entsteht nicht durch Parolen. Sie entsteht durch Entscheidungen, Routinen und Verantwortung, die in der Praxis wirksam sind.
Deshalb die Frage, die sich Entscheidungsträger von Organisationen stellen dürfen:
Brauchen wir wirklich eine „Vertrauenskultur“ – oder einfach verlässliche Strukturen, die Zusammenarbeit ermöglichen?
Viel Freude beim Lernen. Ausprobieren. Verfeinern. Anpassen.
Manuela Broz
Kulturboosterin
In der Raketenwissenschaft ist ein Booster ein Hilfstriebwerk, das der Startrakete den nötigen Schub verleiht - ein Kulturbooster ist ein Verstärker der das Potential von Unternehmen und Individuen zum Abheben bringt.
Über die Autorin:
Manuela Broz, baut in Unternehmen eine Kultur, die Verschwendung auflöst, um positive Energieflüsse zu generieren. Ihre Kunden bekommen exklusiv eine konsequente Übersetzung von Kultur in Steuerung. Kultur wird bei ihr als Entscheidungslogik, Priorität und Rituale mit Ergebnisverantwortung wirksam. Ihr 90-Tage-Programm liefert Kontextualisierung mit Operationalisierung. KMU erhalten spürbar mehr Fokus, Konzentration, Identifikation und eine Kultur, die Lust auf Leistung schafft.
Mehr Informationen zum 90 Tage-Programm:
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