Lernräume schaffen - Praxisbeispiel wie Lernräume das Lernen und Verhalten beeinflussen

Lernkultur beginnt im Raum. Wie Sie mit wenig Budget mehr Wirkung erzielen

Wer Lernen verändern will, verändert Räume. Diesen Sommer habe ich mir einen langjährigen Traum erfüllt und meine Kulturstube erweitert. Schon lange wollte ich meine Dienstleistungen für Unternehmenskultur in Räumen anbieten, die meinen Vorstellungen von modernem Arbeiten entsprechen.

Bei Besuchen in Unternehmen und Schulen habe ich oft die Nase gerümpft. Kahle Sitzungszimmer, lieblose Pausenräume, statisch eingerichtete Schulungsräume. Es tat mir leid für die Menschen. Und aus unternehmerischer Sicht habe ich den Widerspruch nie verstanden. Gerade Gespräche, Austausch, Denken und Lernen bekommen oft die schlechteste Atmosphäre.

In diesem Beitrag zeige ich, warum Lernräume entscheidend sind. Und ich zeige anhand meines Praxisbeispiels, wie Sie Raumklima stärker beeinflussen als mit grossem Budget.

Lernräume schaffen beginnt mit der Frage nach dem Zweck

Räume beeinflussen Befinden. Befinden beeinflusst Verhalten. Verhalten beeinflusst Resultate. Ein Lernraum unterscheidet sich von anderen Orten durch didaktische Qualität.

Die Leitfrage lautet.
Was soll der Raum erfüllen. Welchen Zweck trägt er.

Für mich war klar. In meinen Räumen sollen sich Lernen, Denken, Reflektieren, Beraten, Lachen, Weinen, Ausprobieren und Einsichten die Hand geben.

Daraus entstanden fünf Anforderungen an meine neuen Räume.

  • Handlungs- und praxisbezogenes Arbeiten ist möglich.
  • Reflexion und Perspektivenwechsel bekommen Raum und Zeit.
  • Emotionale Beziehung untereinander wird gefördert.
  • Ganzheitliche Bezüge zu Führung und Unternehmenskultur werden hergestellt.
  • Ästhetisch definierte Qualität wird vorgelebt.


Vom statischen Schulungsraum zum gestaltbaren Raum für Lernen

Ich wollte weg vom statischen Lernraum. Ich wollte einen gestaltbaren Raum. Technik sollte Platz haben. Gleichzeitig sollte eine wohnliche Atmosphäre entstehen. Eben die Kulturstube.

An den Wänden hängen kleine Ausstellungselemente. Sie übernehmen still eine didaktische Präsenz. Alte Schlüssel sind mit Schlüsselkompetenzen der Zukunft versehen. Wer einen Schlüssel sieht und in die Hand nimmt, geht visuell und haptisch in Beziehung zum Lernziel. Das wirkt stärker als eine Liste auf dem Beamer.

Eine tischfreie Lernzone mit Kreisbestuhlung fördert Dialog und Diskurs. Sie erzeugt einen Unterschied, den viele sofort spüren. Ohne Laptop-Barriere entsteht mehr Zuhören, mehr Wahrnehmung, mehr Blickkontakt. Verständigung wird leichter.


Umgebung nutzen. Natur als Denkraum

Der Garten und die Umgebung setzen Akzente in jeder Jahreszeit. Frische Waldluft lässt durchatmen. Weitsicht schafft Freiheit im Kopf. Freiheit im Kopf führt zu Klarheit im Denken.

Outdoorelemente wie Walk and Talk sind Teil meiner Settings. Damit entsteht eine Erfahrung, die sich später in den Arbeitsalltag übertragen lässt. Natur wirkt erdend. Sie bringt Fragen in eine andere Qualität.

Felder, Wälder, eine alte Linde vor der Kulturstube, Sitzplätze im Garten. Das alles schafft Verbindung zu wesentlichen Fragen der Unternehmenskultur. In meinen Veranstaltungen dreht sich vieles um das WIE.

Wie will ich führen.
Wie wollen Mitarbeitende geführt werden.
Wie gelingt gute Zusammenarbeit.
Wie wirkt mein Verhalten.
Welche blinden Flecken steuern mich.

Diese Auseinandersetzung gelingt einfacher an einem Ort, wo Wachstum, Leben und Zyklen sichtbar sind. Und in Räumen, die ermöglichen, dort zu verweilen, wo Füsse innehalten und Geist und Herz sich öffnen.


Der Raum wirkt wie ein dritter Pädagoge

Wer Lernen verändern will, verändert Lernräume. Der Raum beeinflusst Lernen. Er ist Baustein im pädagogischen Konzept.

In meinen Trainings zeigen wir, wie Autonomie gestärkt wird, ohne in Orientierungslosigkeit zu fallen. Wie Spass mit Ernsthaftigkeit und Tiefe zusammenspielt. Wie Balance zwischen Führungsverhalten und kulturellem Verhalten beabsichtigt gelingt.

Zeitfenster für individuelles Tun während Präsenz fördern Sinnhaftigkeit, Selbstverständnis und Eigeninitiative. Dafür braucht es Didaktik, die den Raum als „dritten Pädagogen“ nutzt. Lernen wird unverkrampfter.

Viele Menschen tragen verkrampfte Vorstellungen von Lernen. Scham bei Unwissen. Scham bei Fehlern. Vertuschen. Schuld verschieben. Das blockiert Entwicklung. Lernen wird leichter, wenn Raum, Atmosphäre und Haltung das Gegenteil signalisieren.

Ein Unterschied wird besonders spürbar bei Kritik. Konstruktive Kritik bringt Menschen weiter. Die Frage ist. In welchem Setting findet sie statt. Ein bequemer Sessel, eine Tasse Tee, warmes Licht. Oder ein kahler Raum mit U-Bestuhlung. Der Körper reagiert. Das Lernen reagiert.


Walk the talk. Lernen braucht Umsetzung

Lernen ohne Umsetzung ist für mich Lernresistenz. Walk the talk bedeutet, den Worten Taten folgen zu lassen. Und im Einzelfall zu erklären, warum Taten ausbleiben.

Die Erweiterung meiner Kulturstube ist die Konsequenz meines Nasenrümpfens über lieblose Räume. Ich wollte zeigen, wie Lernräume auch mit schmalen Budgets entstehen können. Also musste ich es selbst tun.

Walk the talk gilt für Führungskräfte. Und für alle Menschen, die glaubwürdig und verlässlich wirken wollen. Was überzeugt mehr. Worte oder Taten.


Mut ist Konzept. Alte Pfade verlassen

In der Kulturstube stehen die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden im Vordergrund. Nach drei Stunden Präsenzzeit eine halbe Stunde joggen. Machen Sie das. Dusche steht bereit. Ein Schaumbad während einer Reflexionspause. Nehmen Sie es. Vertiefter Austausch. Dann sitzen wir vor dem Schwedenofenfeuer.

Sie entscheiden, wie und woran Sie arbeiten. Die Kulturstube bietet Möglichkeiten für Rückzug und Austausch. Vom Garten bis zur Toilette. Das ist Absicht. Lernkultur lebt von Wahlmöglichkeiten, die konsequent ermöglicht werden.


Beispiele aus der Kulturstube

Das Damenbad
Wertschätzung für Frauen ist sichtbar. Rückzug ist möglich. Schönheit und Würde bekommen Raum.

Der Reflexionsraum
Die 8 x 8 Methode besteht aus acht Einladungen zur Selbstreflexion mit acht Körperpositionen und Perspektiven. Lernportfolioarbeit wird möglich. Eine Reflexions-Ausstellung inspiriert. Ein selbstgemachtes Mobile hilft, Wechselwirkungen zu sehen und Schlüsse abzuleiten.

Die Gruppenräume
Mobil und anpassungsfähig. Diskutieren im Stehen verändert Dynamik. Im Stehen entstehen oft bessere Ergebnisse und Sitzungen werden effizienter. Die Einrichtung lässt Wechsel in Sekunden zu. Holzklötze kurbeln kreatives Sein an und verhindern Elfenbeintürme.

Die Küche
Kaffee und Tee folgen Bedürfnis, nicht Trainingsplan. Früchte stehen bereit. Wer über Lernkultur spricht, weiss. Hunger und Durst blockieren Lernen. Ein Fruchtsalat im Glas bleibt kult.


Lernräume schaffen gelingt mit Herz. Und mit System

Wo Liebe zu Menschen da ist, entsteht Gastgeberhaltung. Lernveranstaltungen, Arbeit, Schule, Pausenräume, Zuhause. Der Ort ist austauschbar. Die Haltung bleibt.

Kühle Büros und triste Sitzungszimmer senken Inspiration. Im Zeitalter digitaler Systeme und distanzierter Beziehungen braucht es Räume, die gute Gespräche und Lernatmosphäre unterstützen. Wer Lernräume schafft, beeinflusst Verhalten.

Viel Freude beim Lernen, Ausprobieren, Verfeinern und Anpassen.

Manuela Broz

Kulturboosterin

In der Raketenwissenschaft ist ein Booster ein Hilfstriebwerk, das der Startrakete den nötigen Schub verleiht - ein Kulturbooster ist ein Verstärker der das Potential von Unternehmen und Individuen zum Abheben bringt.



Über die Autorin:
Manuela Broz, baut in Unternehmen eine Kultur, die Verschwendung auflöst, um positive Energieflüsse zu generieren.Ihre Kunden bekommen exklusiv eine konsequente Übersetzung von Kultur in Steuerung. Kultur wird bei ihr als Entscheidungslogik, Priorität und Rituale mit Ergebnisverantwortung wirksam. Ihr 90-Tage-Programm liefert Kontextualisierung mit Operationalisierung. KMU erhalten spürbar mehr Fokus, Konzentration, Identifikation und eine Kultur, die Lust auf Leistung schafft.


Mehr Informationen zum 90 Tage-Programm:

https://www.kulturbooster.com/angebot

Mehr über Manuela Broz:

LinkedIn: www.linkedin.com/in/manuela-broz-kulturbooster

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