Marc steht jeden Morgen um 6.47 Uhr an der S-Bahn-Haltestelle auf dem Weg zur Arbeit. Jeden Morgen sieht er zur selben Zeit eine junge Frau. Sie steigt an der gleichen Stelle ein und verlässt die S-Bahn drei Stationen vor ihm. Marc ist fasziniert von ihrer Ausstrahlung und ihren Augen. Er merkt, dass er immer öfter an sie denkt.
Jeden Morgen fasst er den Entschluss, sie anzusprechen. Jeden Morgen bleibt es beim Entschluss. Er spürt Angst vor Blamage. Er sucht nach den richtigen Worten. Er will stimmig wirken. Eines Morgens lächelt sie ihn kurz vor dem Aussteigen an. Marc entscheidet. Morgen spricht er sie an.
Am nächsten Morgen ist Marc nervös. Er wartet. Die Frau steht nicht am Bahnsteig. Auch am darauffolgenden Tag erscheint sie nicht. Marc sieht sie nie wieder. Vielleicht hat sie Job oder Wohnort gewechselt. Die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Begegnung sinkt drastisch. Marc denkt noch lange daran, was möglich gewesen wäre.
Diese Geschichte ist banal. Sie zeigt einen harten Mechanismus. Zögern kostet Optionen. Optionen kosten Zukunft.
In der Finanzsprache heisst das Opportunitätskosten. Es geht um entgangenen Nutzen. Eine Alternative bleibt ungenutzt. Der „Gewinn“ der besten Option fällt weg, weil eine andere Entscheidung getroffen wird oder weil eine Entscheidung ausbleibt.
Im Alltag wirkt das unscheinbar. In Organisationen wirkt es brutal. Weil Opportunitätskosten selten als Rechnung eintreffen, aber als Wirkung. In Form von Reibung, Fehlern, Abwanderung, Misstrauen, Verzögerung, Qualitätsverlust.
Und genau hier beginnt Unternehmenskultur. Kultur ist das Ergebnis Ihrer Rahmenbedingungen. Ihrer Entscheidungslogik. Ihrer Prioritäten. Ihrer Rhythmen. Ihrer Sprache. Ihrer Regeln.
Sonia arbeitet in Basel in einem Team mit vier weiteren Kolleginnen und Kollegen. Vor zwei Jahren kündigt eine Kollegin. Die Verantwortlichen entscheiden, die Stelle vorerst unbesetzt zu lassen. Pandemie. Homeoffice. Abwarten.
Zu viert trägt das Team die Arbeit. Es geht eine Weile gut. Dann fällt ein weiteres Teammitglied krankheitsbedingt aus. Die Überlastung frisst Reserven. Fehler steigen. Druck steigt. Ein Teamkollege kündigt. Plötzlich halten Sonia und eine Kollegin aufrecht, was aufrecht zu halten ist.
Hier entstehen Opportunitätskosten in Serie. Und sie wirken wechselseitig. Genau das macht sie teuer.
Auf dem Papier stehen eingesparte Lohnkosten. In der Realität entsteht ein Kostenmix aus Qualitäts-, Krankheits-, Konflikt-, Reputations- und Wissensverlustkosten. Der Preis liegt häufig deutlich über der „Ersparnis“.
Das ist Kultur in Zahlen. Kultur als Betriebssystem.
Viele Organisationen erklären solche Verläufe als Einzelfall. Als Pech. Als „die Leute wollen eben nicht mehr“. Das ist zu kurz. Opportunitätskosten entstehen oft aus systemischen Mustern:
Diese Bereiche verstärken sich gegenseitig. Genau das macht Opportunitätskosten exponentiell. Besonders in grossen Teams.
Ein kurzer Realitätsanker. Bei 100 Mitarbeitenden entstehen 4’950 Beziehungen. Jede Beziehung kann Vertrauen stärken oder Reibung erzeugen. Kultur ist Beziehung plus Rahmenbedingung plus Entscheidung.
Opportunitätskosten sinken, wenn ein Unternehmen sein Betriebssystem so baut, dass Handeln leicht wird. Klarheit statt Umwege. Konsequenz statt Dauerdebatte. Rhythmus statt Ad-hoc.
Fünf wirksame Hebel aus meiner Praxis:
Meine Quelle ist with heart throughout. Ich habe das Ziel in Unternehmen eine Kultur zu schaffen, die Verschwendung auflöst, um positive Energieflüsse zu generieren.
Opportunitätskosten sind oft verpasste Chancen. In Beziehungen. In Märkten. In Teams. In Strategie. Der Mechanismus ist derselbe. Optionen verschwinden, wenn Entscheidungen zu spät kommen oder wenn Rahmenbedingungen Handeln schwer machen.
Unternehmenskultur fühlt sich stimmig an, wenn die Auswirkungen des eigenen Handelns bewusst gewählt sind. Und wenn dieser Preis tragbar bleibt für Menschen, Teams und Organisation.
Wenn Sie Opportunitätskosten reduzieren wollen, lohnt sich der Blick aufs System. Rollen, Regeln, Entscheidungen, Rhythmen, Sprache. Dort entsteht Kultur. Dort entsteht Leistung. Dort lösen Sie Verschwendung auf.
Viel Freude beim Lernen. Ausprobieren. Verfeinern. Anpassen.
Manuela Broz
Kulturboosterin
In der Raketenwissenschaft ist ein Booster ein Hilfstriebwerk, das der Startrakete den nötigen Schub verleiht - ein Kulturbooster ist ein Verstärker der das Potential von Unternehmen und Individuen zum Abheben bringt.
Über die Autorin:
Manuela Broz, baut in Unternehmen eine Kultur, die Verschwendung auflöst, um positive Energieflüsse zu generieren.
Ihre Kunden bekommen exklusiv eine konsequente Übersetzung von Kultur in Steuerung. Kultur wird bei ihr als Entscheidungslogik, Priorität und Rituale mit Ergebnisverantwortung wirksam. Ihr 90-Tage-Programm liefert Kontextualisierung mit Operationalisierung.
KMU erhalten spürbar mehr Fokus, Konzentration, Identifikation und eine Kultur, die Lust auf Leistung schafft.
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